Jubiläum 50 Jahre St.Elisabeth 1. Teil

Posted on by

Jubiläum “50 Jahre Kirche St. Elisabeth“ – 1. Teil

Kolumnen von Robert Walpen – Bilder von Josef Künzle

Die “Kernmannschaft”
Das Bild zeigt den Kirchenarchitekten, André M. Studer, und den damaligen Präsidenten des Kirchenbau-Komitees Thomas Wagner. Zusammen mit Pfarrer Friedrich Hügler bilden diese drei die „Kernmannschaft“ des neuen Kirchenbaus, an dem auch viele andere tatkräftig mithelfen. Thomas Wagner empfand es als „grosses Privileg, ein so wunderbares Gotteshaus“ bauen zu dürfen. Für André M. Studer ist es der zweite Kirchenbau nach der katholischen Kirche in Uster.

Der “Kollektenprediger”
Pfarrer Friedrich Hügler kam im Jahre 1950 als dritter Pfarrer nach Kilchberg. Bis zu seinem Rücktritt im Jahre 1976 prägte er „Katholisch Kilchberg“ auf vielfältige Weise. Sofort nach seinem Antritt begann er, Geld für den Bau einer neuen Kirche zu sammeln. Insgesamt war er auf rund 100 sog. „Kollektenpredigten“ in der Innerschweiz und in Graubünden unterwegs. Pfarrer Hügler war auch bei den ev.-ref. Mitchristen wegen seiner freundlichen und entgegenkommenden Art beliebt. Bei einem Abschiedsessen im „Oberen Mönchhof“ nannte ihn der damalige Gemeindepräsident Hans Gräub, selber reformierten Glaubens, „unseren katholischen Pfarrer in Kilchberg“.

Der Unfall
Am 31. August 1952 verunglückte Pfarrer Friedrich Hügler auf der Rückreise von einer seiner „Betteltouren“ mit seiner Vespa. Erst ein halbes Jahr später, am 22. März des folgenden Jahres, konnte er seine Funktionen als Pfarrer wieder übernehmen. Wirklich gesund wurde er allerdings nie mehr und noch vier Jahre später meinten „Wohlmeindende“, er solle doch eine kleinere und leichtere Pfarrei übernehmen.
Dem Pfarrer kam die Sache zu Ohren und erbost schriebe er an den Generalvikar in Zürich: „Nie hat einer meiner Oberen in dieser Angelegenheit mit mir gesprochen, umso bitterer empfand ich das Ganze. Auch andere Herren waren schon krank und sehr lange, ohne dass ihr Posten ins „Wanken“ kam. Mit 47 Jahren bin ich noch kein Greis und auch ein anderer Herr kann kaum mehr arbeiten, als ich mich eingesetzt habe.“ Die Frage der Versetzung war erledigt.

Neue Epoche
Mit Pfarrer Friedrich Hügler beginnt eine neue Epoche in den finanziellen Belangen der katholischen Pfarrei Kilchberg. Die Beschaffung der Finanzen für die Ausübung der Seelsorge und den Bau der neuen Kirche werden ihn und den Kultusverein, den Vorläufer der Kirchenpflege, über Jahre hin beschäftigen.
Die Bezahlung der Kirchensteuern ist bis 1964 noch freiwillig, die Zahlungsmoral der Gläubigen aber bedenklich. Gemäss dem Jahresbericht 1950 des Kultusvereins haben von den 630 Steuerpflichtigen bis Ende November gerade einmal 110 eine Steuer entrichtet.
Dagegen will Pfarrer Hügler vorgehen, wofür ihn dann einzelne Mitglieder des Kultusvereins kritisieren, was ihn tief kränkt. Er antwortet ihnen: „Unverständlich ist dem Pfarrer wie wenige Herren des Kultusvereins dem Pfarrer das Prädikat „Geldmensch“ zuhalten, wo er nur erstrebt, was zum Unterhalt und zum Aufbau der Pfarrei notwendig ist, zu was ihn der Bischof verpflichtet und was heilige Pflicht ist vor Gott und dem eigenen Gewissen.“ 1976 tritt Pfarrer Hügler zurück und stirbt bereits zwei Jahre danach. Ehre seinem Andenken!

Das Elisabethenkirchlein
Das Patrozinium der Heiligen Elisabeth von Thüringen in Kilchberg ist ihr erstes in der Schweiz. Als „Schutzpatronin“ wird die Heilige angerufen, ihre Fürsprache in besonderer Weise der katholischen Kirchgemeinde Kilchberg zuzuwenden.
Die erste Kirche der heiligen Elisabeth, das sog. „Elisabethenkirchlein“, entsteht in den Jahren 1934/35. Seit 1931 haben die Katholiken ihre Gottesdienste im Turnhallenanbau des Schulhauses an der Dorfstrasse gefeiert. Dort wird ein Schulzimmer gemietet und darin ein Gottesdienstlokal eingerichtet.
Das „Elisabethenkirchlein“ wird am 22. April 1935 durch den Bischof von Chur eingeweiht. Es ist die 50. Pfarrkirche im Kanton Zürich. Fortan dient die kleine Kirche den Katholiken von Kilchberg als religiöses Zentrum. Allerdings ist man sich schon damals bewusst, dass dies nur eine Lösung auf Zeit sein kann, denn die ständige Zunahme von Gläubigen wird den Bau einer neuen, grösseren Kirche erfordern.